Summer in the City?

Fotos: Jean-Pierre Christalle und http://www.albamoda.de

Es ist Hochsommer und während meine Kolleginnen, Freundinnen und Familie langsam aber sicher eine nach der anderen in den Urlaub fahren, sitze ich mit meinem Laptop, Karteikarten, Gesetzestexten, einem dicken Stapel Probeklausuren und dem obligatorischen großen Kaffee vor dem Haus und meine to-do-Liste will einfach nicht kleiner werden. Summer in the City? Den habe ich mir anders vorgestellt. Und so schweifen meine Gedanken regelmäßig an ferne Sehnsuchtsorte, wo das Meer türkis, der Sand weiß und der Wein gut ist! Nein Stopp! So werde ich ja nie fertig. Gerade noch rechtzeitig verhindere ich es, den nächsten Google-Tab zu öffnen und nach Billigflügen nach Italien zu suchen, die mir jetzt nicht nur die ohnehin schon knappe Zeit stehlen, sondern auch ökologisch ganz große Scheiße sind. Versuche ich mir einzureden. Also weiter. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja! Kommunalverfassungsstreit. So geht es gut bis zum Nachmittag, als mich eine Freundin anruft und fragt, ob ich am Abend Zeit hätte, um eine neu entdeckte Trattoria um die Ecke auszuprobieren. Dankbar für die Ablenkung sage ich zu und beschließe, dass ich für heute genug getan hab. Summer in the City? Für das Gefühl muss ich wohl schon selber sorgen und so beginne ich meinen Kleiderschrank zu durchforsten. Denn das hilft mir eigentlich immer. Die Wahl meiner Kleidung ist Spiegelbild meiner Stimmung. Und als ich nun also versuche das dolce vita aus meinem Schrank zu kramen, fällt mir erst auf, wie viele italienische Brands in diesen inzwischen Einzug erhalten haben. Und während ich mich zu den rhythmischen Klängen von Angelo Branduardis sanfter Stimme für den Abend fertig mache, werde ich nun doch von einem Urlaubsgefühl gepackt, das mich vergessen lässt, dass ich eigentlich Zuhause geblieben bin.

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